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Archive für 7.1.2007
Bahntag
7.1.2007 by Eric Pawlitzky.
Heute war wieder ein Bahntag
Zuerst auf den Corcovado mit Zahnradbahn und Rolltreppe direkt zu Christus. Dann eine Runde mit der berühmt berüchtigten Straßenbahn durch die Altstadt und nach Hause dann auch noch mit der Metro.
Auf dem Corcovado peitschte der Regen in die Postkartenaussichten. Die schlecht abgehärteten Touristen kauften sich „Mülltüten“ zum Überziehen.
Die Japaner wussten nicht, wie man die Arme ausbreitet, und, statt sich selber als Erlöser vor dem Erlöser zu fotografieren, streckten sie ihre Arme nach oben. Eine geheime Geste? Damit es übrigens alle zu Christus schaffen, gibt es neben der Rolltreppe auch noch einen Aufzug. Simon hat 50 Fotos gemacht und vom Gottesdienst gleich ein Video gedreht, aber dummerweise alles wieder gelöscht.
Die über 100 Jahre alte Straßenbahn ohne Fenster und Türen ist DIE Touristenattraktion, auch, weil sie nicht 15 Euro pro Nase wie die Zahnradbahn zum Corcovado, sondern nur 20 Cent kostet. ![]()

Gegeverkehr….
Man rumpelt mitten unterm Volk durch verlorene Gässchen an alten Villen und schönen Gärten vorbei. Der altersschwache Waggon hat schon lange nichts mehr von Verwindungssteifigkeit gehört und ächzt bei jedem Fahrmanöver.
(Foto oben: alles, was ein mnodernes Massenverkehrtsmittelbraucht: Bremse, Gas, Klingel, Feuerloescher und Aussenplaetze fuer die Schwarzfahrer). Es gibt – ebenso wie auch in zahlreichen Bussen – einen Schaffner (Foto unten), der auf den Trittbrettern kletternd die Passagiere abkassiert, die nur die Hinfahrt gebucht haben und für die Rückfahrt einfach sitzen bleiben.
Damit die im Reiseführer geäußerten Warnungen nicht zu Vorurteilen werden, ist ein Polizist ständig mit an Bord.
Den stilvollen Ausklang des Nachmittages gab es in einem der ältesten und nobelsten Cafes der Stadt, dem Cafe Colomb.
Bei ca. 40 Sorten Kuchen und Torte hat Eric das fehlende Mittagessen locker kompensieren können.
Simon war super fit und ist auch nach 8 Stunden Tagesprogramm nicht wie gestern in der Metro eingepennt, sondern noch tapfer zum Hotel marschiert, wo angesichts des Fernsehers alle Lebensgeister noch mal 150 % gaben. Überhaupt drehen sich die Diskussionen mit unserem Süßen nicht um Fragen des Tagesprogrammes, sondern vor allem um Grundsatzfragen, wie ob die Zähne jetzt geputzt werden oder erst nach dem Buchvorlesen. Trotzdem vermisst er seine Freunde aus dem Kindergarten.
Seine Haltung zu dem Gesamtprojekt: „Ich bin nützlicher als Ihr, denn ich bin jünger.“
Geschrieben in Rio de Janeiro | 1 Kommentar »