Istanbul nochmal…

Das ist nun fast schon Routine: wir steigen morgens ins Schiff, ab nach Europa und dann ins Gewühl. Gestern der Sultanspalast, vorgestern auf den Taksin. Zu viele Eindrücke zum posten im Blog….

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Am Goldenen Horn. Was verkaufen die eigentlich – Fische oder Glühbirnen?

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Kein Remake der Berliner Mauer, aber eine ähnliche Motivation. Abrisshäuser in der Altstadt warten auf die Birne oder die Edelsanierung. Sie wurden zuvor offenbar unbewohnbar gemacht und vor Instandbesetzung geschützt. Da läuft was schief….

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Der Taksim am Abend. Viel Gewühl, viele Edelboutiquen, die Gassen nebenan sind schöner.

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One men, one Hemd aber selbständig.

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Mit der historischen Straßenbahn zurück zur kürzesten und zweitältesten U-Bahn der Welt. So sieht das aus, wenn man aus dem Fenster schaut und träumt.

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Nebenerwerbstätige auf der Brücke über das Goldene Horn.

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Zurück auf den Dampfer nach Asien. Zwanzig Minuten schaukelt man über den Bosporus. Die Leute auf der Fähre lesen, trinken Tee, schauen aufs Wasser, die Kinder füttern Möwen. Als hielte die Stadt ein wenig inne.

Zwischen Europa und Asien

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Istanbul ist eine wirkliche Weltstadt. Dieses Gefühl bekommt man nicht nur angesichts der Menschenmassen, angesichts der Vielfalt von Kulturen, Baustilen und Religionen. Man bekommt es vor allem dadurch, dass man als Fremder kaum besondere Beachtung erfährt.

 

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Mit Teeglas in der Straßenbahn

 

Alles fließt in einer bemerkenswerten Unaufgeregtheit, Selbstverständlichkeit durch die engen Gassen. Autos hupen in verstopften Straßen, Bahnen klingeln sich die Schienen frei, doch alles ohne Hektik.

 

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Hund und Katze lümmeln friedlich auf dem warmen Blech parkender Autos. Und doch fragt man sich, ob man nicht gerade wieder Zeuge wird einer Zeit, in der sich neue Mächte mit ihrer Architektur in den Raum schieben und unerbittlich Besitz ergreifen von der Stadt, die sich noch ruhig verhält. Zuwanderer besetzen die Ränder, Banken den Himmel.

 

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Istanbul ist auffallend sauber und verdankt dies vielleicht nicht nur den zahllosen Straßenkehrern, sondern offenbar auch der Sorgfalt seiner Einwohner. Einzig der Bosporus trägt eine schmutzige Fracht, die das wunderbare Blau aus der Nähe betrachtet in Frage stellt.

 

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Die Stadt zerfällt in Männer, die mit Teegläsern und Mahlzeiten, Wasserkanistern und Warenballen durch das Gewühl eilen und solche, die vermeintlich dem Nichtstun huldigen. Aufgedonnerte Damen teilen sich die holprigen Wege mit züchtig Verhüllten, deren Mäntel aber auf Taille geschnitten sind und den Blick auf Absatzschuhe freigeben. Alles liebt Schmuck und Dekoratives, der allgemeine Stil ist das Überbordende. Der Laden, der sich auf glitzernde Smartphonhüllen spezialisiert hat, scheint genau so aus den Nähten zu platzen wie das Schaufenster, das ganz mit Goldreifen gefüllt ist.

 

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Wir lassen uns überrumpeln durch die Händler, weil sie uns mit einer Freundlichkeit begegnen, die uns verglichen mit den Erfahrungen in Deutschland so fremd ist, dass wir sie im ersten Moment nicht einordnen können. Und wiederum machen wir die Erfahrung, dass man auf der Suchen nach gutem Essen die Hauptstraße meiden und den einfachen Menschen folgen soll.

 

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Am Morgen wogen wir im voll besetzten Kahn nach Europa und abends zurück nach Asien. Ein Händler auf dem Schiff verkauft mir einen Becher, dessen Inhalt ich in meiner Verträumtheit und dem Appetit auf allgegenwärtigen Tee nicht gleich wahrnehme. Es ist warme Milch mit Zimt. Der Becher landet in Simons kalten Händen, zum Schluss freuen sich die Katzen an der Pier.

 

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