Reisebilder - Claudia, Simon, Eric

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Bahntag

Heute war wieder ein Bahntag

Zuerst auf den Corcovado mit Zahnradbahn und Rolltreppe direkt zu Christus. Dann eine Runde mit der berühmt berüchtigten Straßenbahn durch die Altstadt und nach Hause dann auch noch mit der Metro.

Auf dem Corcovado peitschte der Regen in die Postkartenaussichten. Die schlecht abgehärteten Touristen kauften sich „Mülltüten“ zum Überziehen.regen-auf-dem-corcovado.jpg Die Japaner wussten nicht, wie man die Arme ausbreitet, und, statt sich selber als Erlöser vor dem Erlöser zu fotografieren, streckten sie ihre Arme nach oben. Eine geheime Geste? Damit es übrigens alle zu Christus schaffen, gibt es neben der Rolltreppe auch noch einen Aufzug. Simon hat 50 Fotos gemacht und vom Gottesdienst gleich ein Video gedreht, aber dummerweise alles wieder gelöscht.wege-zum-herrn.jpg

Die über 100 Jahre alte Straßenbahn ohne Fenster und Türen ist DIE Touristenattraktion, auch, weil sie nicht 15 Euro pro Nase wie die Zahnradbahn zum Corcovado, sondern nur 20 Cent kostet.
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Gegeverkehr….

Man rumpelt mitten unterm Volk durch verlorene Gässchen an alten Villen und schönen Gärten vorbei. Der altersschwache Waggon hat schon lange nichts mehr von Verwindungssteifigkeit gehört und ächzt bei jedem Fahrmanöver. fuehrungsinstrumente.jpg(Foto oben: alles, was ein mnodernes Massenverkehrtsmittelbraucht: Bremse, Gas, Klingel, Feuerloescher und Aussenplaetze fuer die Schwarzfahrer). Es gibt – ebenso wie auch in zahlreichen Bussen – einen Schaffner (Foto unten), der auf den Trittbrettern kletternd die Passagiere abkassiert, die nur die Hinfahrt gebucht haben und für die Rückfahrt einfach sitzen bleiben.ernstzunehmender-schaffner.jpg Damit die im Reiseführer geäußerten Warnungen nicht zu Vorurteilen werden, ist ein Polizist ständig mit an Bord.

Den stilvollen Ausklang des Nachmittages gab es in einem der ältesten und nobelsten Cafes der Stadt, dem Cafe Colomb.cafe-colomb1.jpg Bei ca. 40 Sorten Kuchen und Torte hat Eric das fehlende Mittagessen locker kompensieren können.

Simon war super fit und ist auch nach 8 Stunden Tagesprogramm nicht wie gestern in der Metro eingepennt, sondern noch tapfer zum Hotel marschiert, wo angesichts des Fernsehers alle Lebensgeister noch mal 150 % gaben. Überhaupt drehen sich die Diskussionen mit unserem Süßen nicht um Fragen des Tagesprogrammes, sondern vor allem um Grundsatzfragen, wie ob die Zähne jetzt geputzt werden oder erst nach dem Buchvorlesen. Trotzdem vermisst er seine Freunde aus dem Kindergarten.

Seine Haltung zu dem Gesamtprojekt: „Ich bin nützlicher als Ihr, denn ich bin jünger.“


Zucker

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Heute gab es Zucker auf den Hut, 29°C und eine Fahrt mit der Metro. Man beachte die praktische Handy-Aufbewahrung der Dame in gelb in der Metro auf dem Foto unten.
ubahndame-mit-handyaufbewah.jpgGestern waren wir am Strand, denn es gab bei leicht bewölktem Himmel, Sonne und wunderbar große Wellen. Ich war sogar eine große Runde joggen. Wollte mir mal die brasilianischen Schönheiten anschauen. Aber auf den fast 4 km hin und zurück waren die nicht zu entdecken. Die offenbar besser gewordene Nahrungsmittelversorgung hat ihre vollschlanken Opfer in Scharen gefunden. Oder ich war am falschen Strand, oder die hatten gerade alle Urlaub…. Die Sonne hatte uns dann am Abend mit leichter Röte die Stellen markiert, die wir beim Einschmieren mit Sonnenschutz doch nicht richtig erwischt hatten. Nach zwei Stunden vorsichtiger Eingewöhnung. Die Äquatornähe ist also doch zu bemerken. Simon hat aber noch vornehme Blässe.

Insgesamt ist Rio ausgesprochen preiswert. Taxi und Essen sind verlockend billig.
Gestern bin ich zum ersten mal, wartend vor einem Hotel, in dem Simon mit Claudia mal schnell auf Toilette musste, von einem kleinere Jungen angebettelt worden und empfehlungsgemäß stur geblieben. Später dann sahen wir das Kerlchen nochmals in einer größeren Horde von Straßenkindern im Park an Plastikflaschen Lösungsmittel schnüffeln.

Die Armut und die Kriminalität verhielten sich uns gegenüber bisher dezent. Gestern wollte uns ein Team vom ZDF interviewen wegen der überfallenen Busse. Wir konnten und wollten nichts beisteuern. Die Vorsicht ist nach wie vor unser ständiger Begleiter, aber nicht die Angst.

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