Constanta die Letzte

Heute ist Volksentscheid in Rumänien, gleichwohl das Volk über nicht ganz so substanzielle Fragen zu entscheiden hat. Personen anstelle von Alternativen stehen zur Wahl, alte Korruption gegen neue.

 

 

Ich habe ein wenig mitgemacht und mir gegen 10 Lei (ca. 2,30 €) nicht ganz legal einen erneuten Zutritt zum alten Casino außerhalb der Öffnungszeiten erkauft, ohne Touristen, die mir laufend ins Bild rennen. Eine Stunde ganz in Ruhe mit Stativ mit Blitz, der bei den großen Räumen trotz LZ 70 nicht sehr viel brachte.

 

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Auf dem Rückweg dann noch ein kleiner Staatsakt: Appell und Miniparade vor dem Gebäude des Flottenadmirals. Volles Lametta und Täterä. Als Aufmarschgebiet diente ein kleiner Parkplatz.

 

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Große Anteilnahme der Bevölkerung und der zufällig anwesenden Hunde.

 

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Nach dem Frühstück dann Besuch der Moschee

 

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und zum Ausgleich auch nochmals die verfallene Synagoge.

 

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Vom Minarett der übrigens noch in Betrieb befindlichen Moschee ein bezaubernder Blick auf die Altstadt. Die Dachlandschaft sieht schon mal sehr faszinierend aus. Jetzt müsste nur noch in den Etagen darunter richtig investiert werden. Na ja, ich wiederhole mich.

 

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Unser (immerhin klimatisierter) Schnellzug müsste seit einer halben Stunde in Bukarest sein (gute 30 Minuten Verspätung bei 2,5 h Fahrzeit und immer noch keine Vororte von Bukarest in Sicht. Ankunft schließlich mit einer Stunde Verspätung. Keiner im Zug hat gemurrt. Oder ist uns da ein Fehler mit den Zeitzonen unterlaufen? Zwei Zeitzonen in Rumänien? Hähhh???

 

 

Gestern Abend beim Italiener ein Seemann mit dreijährigem Sohn: „Bei all der sichtbaren Lethargie bitte nicht vergessen: Wir sind Latinos! Das macht alles noch mal schlimmer.“ So hatten wir das noch gar nicht gesehen. Und: ausnahmsweise mal ein weltgewandter Mensch, der nicht auf die Roma schimpfte.

Constanta 2

 

 

Wir wollen ja Rumänien nicht immer nur in Bildern des Verfalls darstellen. Aber Constanta provoziert einfach die Darstellung morbiden Charmes. Den gibt es bis zurück zur Römerzeit.

 

 

 

Simon ging es heute wieder besser, so dass wir die berühmten römischen Mosaiken und zahlreiche in der Gegend gefundene Sarkophage und Säulenkapitelle betrachten konnten. Leider alles schon zig-mal fotografiert.

 

 

 

Ich komme jetzt auch nicht mit Bildern aus dem archäologischen Museum, welches gerade mit dem Beginn des 20. Jahrhundert endet und nichts zur Zeit des 2. Weltkrieges oder gar der Ceaucescu-Ära sagt. Dabei hätte es mich sehr interessiert, wie weit die Rumänen mit der Aufarbeitung der jüngeren Geschichte sind, wie sie zur Rolle des eigenen Volkes im Holocaust stehen.

 

 

 

Letzteres eine interessante Frage, denn bei meinem heutigen Morgenspaziergang stieß ich zufällig auf eine wunderschöne, aber leider völlig verfallene Synagoge. Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert fand ich in einer Nebengasse (die interessieren mich sowieso immer mehr als die Boulevards).

 

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An den Eingang der Synagoge grenzt ein Gehöft, in dem mehr als 10 Hunde wild herumkläfften. Plötzlich kam eine ältere Dame, die die Hunde verscheuchte und mich einließ. Ich stieg über Berge von Schutt und Taubendreck und fand mich an einem Ort wieder, wie er verwunschener nicht sein koennte. Aber natürlich auch sehr bestürzend, wenn man bedenkt, dass nicht einmal das Dach dieser Ruine gesichert war.

 

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Doch auch dem Gott des Glücksspiels wird nicht mehr wie früher gefrönt. Denn das beeindruckende Casino hat uns heute zu einem erneuten Besuch animiert. Etwa eine Stunde habe ich im Inneren fotografierend zugebracht. Aber hier zeige ich nur eine kleine Auswahl der Bilder. Die sind einfach zu scharf für Euch…

 

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Auch habe ich der Gerechtigkeit willen heute der Fußgängerzone noch einen Besuch abgestattet. Ich sage Euch: das Aufregendste waren noch die Security-Fritzen, die zu viert angestürmt kamen, weil im Nagelstudio die Alarmanlage ausgelöst hatte.

 

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