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Archive für Februar 2007
Ein Hotel der 50iger Jahre und Umweltspezial
22.2.2007 by Eric Pawlitzky.
Heute morgen habe ich erst eine Indoor-Fotosafari gemacht, dann ging es ab zum Rafting. Das war vor allem ein feuchtes Vergnügen. Nachdem wir die passende (!) Kleidung gestellt bekamen, ging es 8 km flussab. Claudia und ich hatten die Bugplätze erwischt und erhielten beim Durchfahren von Stromschnellen mehrere Breitseiten. Zum Glück hatten wir Klamotten zum Wechseln mit. Simon saß zwischen uns und verlor erst wenige Meter vor dem Ziel die Geduld.
Aber nun ein kleiner Auszug aus den Ergebnissen meiner Fotosafari. Ein Hotel der 50iger Jahre hat Deutschland glaub ich nicht mal mehr im Osten vorzuweisen. Und das ist mir hier eigentlich erst so richtig klar geworden, dass wir mit dem Stil der fünfziger Jahre besonders gründlich aufgeräumt haben. Dabei gibt es viele kleine Details, die durchaus bewahrenswert sind und die ich hier mal dokumentiert habe. Vielleicht erinnert einiges an ein Krankenhaus oder haben sich nur noch in den Krankenhäusern diese alten Formen verstecken können?





Heute habe ich Zeit und die Internetverbindung ist gut. Daher ein kleines Umweltspezial, welches schon eine Weile in meinem Hinterkopf reifte.
In Argentinien finden wir im Verhältnis zu Europa wenig Autos, aber auffallend viele preiswerte Taxis. Es fahren auch in Mendoza die abgasfreien Trolleybusse, überhaupt ist das Busnetz ausgesprochen dicht. Die wenigen Autos werden bis auf den letzten Rest genutzt und fahren auch dann noch, wenn sie in Deutschland längst auf dem Schrottplatz stünden. In den Hotels gibt es sehr viele Energiesparlampen oder auch mal gar keine Lampe in der Fassung, was besonders sparsam ist. Dann gibt es (in Buenos Aires) noch den Job des Müllsortierers. ABER: Mülltrennung? Sammelbehälter für Altbatterien? Mehrwegflaschen? Wärmeschutzverglasung oder gar Fenster, die dicht sind? Lärmschutz? Katalysator im Auto? Einwegmischer? Mülltonnen? Altglasbehälter? Papierrecycling? Solaranlagen? Windräder? Leider, leider alles Fehlanzeige.
Beginnen wir einen kleinen Rundgang. Was in Deutschland schlicht Abfall ist, wird am Heiligtum der Difunta Correa ganz einfach zur Opfergabe erklärt.
Auch scheint manch andere Deponie den Charakter des unberührbaren zu haben, wie hier, wenige Kilometer entfernt von dem Wallfahrtsort der Difunta Correa am Rande der Nationalstraße.
Ansätze für ein intelligentes Recycling der Weißblechdose habe ich hier gefunden.
Auch in Sachen Nachhaltigkeit können uns die Argentinier mit diesen praktischen Gartenbänken etwas vormachen. Unkaputtbar!

Müllvermeidung war sicherlich das Ziel der Schöpfer dieser kanzleigeeigneten 5-Liter Weinflaschen. Glückwunsch! 
Geschrieben in Argentinien | 1 Kommentar »
Uspallata
20.2.2007 by Eric Pawlitzky.
Unseren letzten Tag in Mendoza hatten wir mit einem kleinen Stadtbummel begonnen. In einem Spielzeugladen spendierten wir Simon einen sehr schönen Baukasten, mit dem man verschiedenen Figuren und Fahrzeuge bauen kann und der wesentlich intelligenter als das hier übrigens nicht erhältliche Lego konzipiert ist.

Dann besuchten wir die Markthalle, von der nach drei Erdbeben bzw. Umbauten leider nur noch wenig historische Substanz übrig ist.
Ganz in der Nähe deckten wir uns in einem Souvenirladen noch mit Utensilien für die Bereitung von Mate-Tee ein, auch einen großen Karton bekamen wir dort.

Wir verlassen am 20.02. Mendoza bei Nieselregen und machen einen Zwischenstopp in Jujan de Cuyo um dort das regionale Kunstmuseum zu besichtigen. Es befindet sich in einem gigantischen Sommerhaus, welches durch eine Großgrundbesitzerfamilie zu Beginn des vorigen Jahrhunderts errichtet wurde.

Die Idee, daraus ein Museum zu machen, kam von dem argentinischen Maler Fernando Farder, der in München Kunst studiert hatte. Der stark von der Münchner akademischen Schule, aber auch vom Impressionismus beeinflusste Maler hatte zuvor schon zahlreiche Räume des Hauses bemalt und schließlich die Tochter des Besitzers geheiratet. Die meisten der ausgestellten Bilder stammen von ihm. Daneben sind Arbeiten vor allem aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts zu sehen, ausschließlich von argentinischen Künstlern. Alles wirkt sehr europäisch.
Dann nahmen wir die Passroute nach Chile. Die Straße windet sich sanft und hat zahlreiche Tunnel. Sie verläuft parallel zum Rio Mendoza und zu einer leider stillgelegten Transandenbahn, die als Schmalspurstrecke offenbar keine Zukunft mehr hatte.

Unser Hotel ist das Grand Hotel und stammt aus den fünfziger Jahren. Es wurde erst vor zwei Jahren – leider nicht mit glücklicher Hand – saniert und neu eröffnet. Vom Glanz der Bauzeit gibt es nur noch Spuren, die man sogar in einem kleinen Hotelmuseum besichtigen kann, in dem es alte Gästelisten, das ursprüngliche Geschirr und den Stuhl des vormals existierenden Hotelfriseurs zu besichtigen gibt. Die Räume sind – anders als in zeitgenössischen Hotels außergewöhnlich groß und haben riesige Einbauschränke.
Am beeindruckendsten sind die noch aus den 50iger Jahren vorhandenen Möbel.
Im Hotel gibt es auch eine Kegelbahn. Die wollte Claudia mit Simon ausprobieren. Die Barfrau sagte „…der Junge kommt gleich…“. Claudia dachte zum Anschalten, aber nein, der Junge, der ansonsten als Gepäckträger arbeitet, war auch für das Aufstellen der Kegel verantwortlich. Das etwas merkwürdige Vergnügen kostete 3 Peso, also umgerechnet 80 Cent für 10 Wurf.
Heute Abend wollten wir von hier aus das Paket nach Deutschland aufgeben. Doch als wir zur Post kamen wurde uns erklärt, vor hier aus dürften nur Auslandspakete bis 2 kg abgefertigt werden. Wir hatten 6 kg zusammengepackt… Jetzt wird es einen 2. Versuch in Chile geben, denn für morgen ist Rafting angesagt.
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